Krebsvorstufen - Wie gefährdet bin ich?
Gebärmutterhalskrebs kann nur entstehen, wenn sich eine Frau irgendwann vorher mit bestimmten Humanen Papillomviren – kurz „HPV“ - infiziert hat. Zum Glück bleiben 90 Prozent der Infektionen folgenlos, weil das menschliche Immunsystem die Viren in den meisten Fällen unschädlich machen kann. Bei 10 Prozent der Frauen bleibt die Infektion aber dauerhaft bestehen und es kann zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals kommen. Es ist meist so, dass die Infektion zunächst keine körperlichen Beschwerden auslöst. Betroffene wissen dann nicht, dass sie HPV-infiziert sind. Im Laufe der Zeit können sich aus den Infektionen jedoch krankhafte Zellveränderungen entwickeln.
Durch HPV verursachte Zellveränderungen können in den meisten Fällen bei der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung – die in Deutschland für Frauen ab 20 Jahren empfohlen und von den Krankenkassen bezahlt wird - mit Hilfe des Pap-Tests nachgewiesen werden - beim Pap-Test macht der Frauenarzt bei der Krebsfrüherkennungsuntersuchung einen Abstrich vom Gebärmutterhals. In einer schmerzfreien Untersuchung entnimmt er dabei mit Hilfe eines Wattestäbchens eine Zellprobe von Gebärmutterhals und Muttermund. Diese Probe wird von Spezialisten unter dem Mikroskop auf Zellveränderungen untersucht.
Die Befunde werden abhängig vom Schweregrad der Zellveränderung in leichte, mäßiggradige und schwerwiegende Zell- beziehungsweise Gewebsveränderungen unterschieden. Leichte und mäßiggradige Veränderungen bilden sich in vielen Fällen von alleine zurück. Bei schwerwiegenden Gewebsveränderungen tragen die Betroffenen ein höheres Risiko, dass sich der betroffene Bereich zu einer Krebsvorstufe weiterentwickelt. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich meist langsam über Jahre hinweg.
Bei mir wurde eine Zellveränderung am Gebärmutterhals festgestellt. Was nun?
Stellt der Frauenarzt leichte oder mäßiggradige Zellveränderungen fest, wird der Pap-Abstrich wiederholt und gegebenenfalls auf HPV getestet. Außerdem kann der Frauenarzt die Scheidenschleimhaut und den Muttermund mit einem Kolposkop („Scheidenlupe“) untersuchen. Eventuell entnimmt der Gynäkologe zur weiteren Abklärung Gewebeproben (Biopsie). Abhängig vom Untersuchungsergebnis beobachtet der Arzt in verschiedenen Zeitabständen, ob sich die Zellveränderungen zurückentwickeln oder verschlimmern und entscheidet entsprechend über Notwendigkeit und Art der Behandlungsmaßnahmen. Schwerwiegende Zellveränderungen erfordern eine baldige Behandlung, meist in Form eines operativen Eingriffs, z. B. der Konisation.
Was passiert bei einer Konisation?
Bei dieser Operation wird ein kegelförmiges Gewebestück mit den veränderten Zellen des Gebärmutterhalses entfernt. Anschließend wird anhand des entnommenen Gewebes untersucht, ob alle Tumorzellen entfernt worden sind.
Gibt es Risiken durch die Konisation?
Durch eine Konisation entsteht eine Wunde, die nach vier bis sechs Wochen abgeheilt ist. Sorgen entstehen bei manchen Patientinnen wegen einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft, denn es besteht ein gewisses Risiko, dass die Empfängnisfähigkeit verringert wird oder Früh- bzw. Fehlgeburten häufiger vorkommen. Zum Glück sind nach einer Konisation in den meisten Fällen Schwangerschaften möglich. Es kann jedoch sein, dass in der Schwangerschaft die vorzeitige Öffnung des Muttermundes verhindert werden muss.
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