FAQ
Was sind Humane Papillomviren?
Infektionen mit Humanen Papillomviren, abgekürzt HP-Viren oder HPV, sind die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Die Viren werden durch Haut- bzw. Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr übertragen. Es gibt über 100 verschiedene Typen des Humanen Papillomvirus. Die meisten sind nicht gefährlich, wie diejenigen, die Warzen an Händen und Füßen verursachen. 30 bis 40 verschiedene Typen des Humanen Papillomvirus können jedoch Erkrankungen im Genitalbereich hervorrufen. Bei den meisten Frauen bekämpft das körpereigene Immunsystem die Viren und heilt die Infektion dadurch ohne Folgen aus. Doch in einigen Fällen können die Humanen Papillomviren Zellveränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses verursachen. Etwa ein bis drei Prozent dieser Zellveränderungen können sich über einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren zu einem Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) entwickeln.
Welche Typen des Papillomvirus haben ernsthafte Folgen?
Vier HPV-Typen sind für viele Erkrankungen im Genitalbereich verantwortlich:
- Die Hochrisiko HPV-Typen 16 und 18 können Gebärmutterhalskrebs oder Zellveränderungen der Schleimhaut des Gebärmutterhalses verursachen, die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Die beiden HPV-Typen sind für ca. 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich, die restlichen 30 Prozent werden durch andere HPV-Typen verursacht.
- Niedrigrisiko HPV-Typen wie die HPV-Typen 6 und 11 können Warzen im Genitalbereich auslösen.
Wie verbreitet sind Humane Papillomviren?
Was die meisten nicht wissen: Humane Papillomviren sind in der Umwelt weit verbreitet. Sie werden leicht übertragen, denn oft merken die Betroffenen gar nicht, dass sie die Viren an der Haut oder in sich tragen und damit auch Überträger sind. Eine Infektion mit Humanen Papillomviren betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Die meisten Menschen kommen früher oder später in ihrem Leben mit HPV in Berührung. Bis zu 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit den Viren, darunter sind vor allem Jugendliche.
Woher weiß ich, dass ich mit Humanen Papillomviren infiziert bin?
Die meisten betroffenen Frauen erfahren aufgrund eines auffälligen Abstriches beim Frauenarzt, dass eine HPV-Infektion besteht, selbst bemerken kann man die Infektion nicht. Ein Abstrich vom Gebärmutterhals (auch als Pap-Test bekannt) ist Teil einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt. Anhand des Befundes eines Abstrichs kann der Arzt beurteilen, wie stark die Zellen verändert sind. Ein auffälliger Abstrich ist also ein Zeichen, das man nicht ignorieren sollte, denn wenn die Infektion nicht von selbst wieder ausheilt, besteht die reale Gefahr, dass sich Zellveränderungen im Gebärmutterhals zu einer Krebserkrankung entwickeln – allerdings verläuft diese Entwicklung über viele Jahre hinweg. Bei auffälligen Befunden können zusätzlich ein HPV-Test und, falls weitere Abklärungen erforderlich sind, eine Gewebeprobeentnahme bei der Diagnose helfen.
Wie infiziere ich mich mit Humanen Papillomviren?
Humane Papillomviren werden über Hautkontakte von Mensch zu Mensch übertragen und eine Infektion mit HPV bleibt oft unbemerkt. Von den mehr als 100 verschiedenen HPV-Typen, können etwa 30 bis 40 Typen Zellen der Haut und Schleimhaut im Genitalbereich infizieren. Sie werden beim Geschlechtsverkehr, und auch schon beim Petting übertragen. Männer wie Frauen können sich infizieren und die Viren weitergeben. HP-Viren können unerkannt im Körper schlummern, eine Infektion kann beschwerdefrei verlaufen und unbemerkt bleiben. Trotzdem können Betroffene die Viren weitergeben und andere Menschen anstecken. Obwohl HP-Viren weit verbreitet sind, wissen viele nicht über die Viren und mögliche Folgen einer Infektion mit diesen Bescheid. Deshalb ist es umso wichtiger, sich und andere umfassend zu informieren und die Möglichkeiten zur Vorbeugung zu nutzen.
Können Kondome schützen?
Nein, Kondome können die Ansteckungsgefahr mit HPV bei konsequenter Verwendung zwar verringern, aber nicht vollständig verhindern. Geschützter Geschlechtsverkehr ist generell ein gutes Mittel zur Schwangerschaftsverhütung und zum Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. HP-Viren werden jedoch nicht über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen, sondern über Hautkontakt (z.B. beim Petting) weitergegeben werden. Da Kondome diesen Kontaktbereich nicht vollständig bedecken können, bleibt ein Ansteckungsrisiko bestehen.
Was hat Gebärmutterhalskrebs mit Humanen Papillomviren zu tun?
Bestimmte HPV-Infektionen sind für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Dabei werden rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs durch die sogenannten Hochrisiko Typen 16 und 18 verursacht. Die weiteren 30 Prozent werden durch circa 15 andere HP-Virentypen hervorgerufen. Eine Infektion mit diesen Viren kann dazu führen, dass sich Zellen des Gebärmutterhalses krankhaft verändern. Wird diese Zellveränderung nicht entdeckt und behandelt, kann über Jahre hinweg Gebärmutterhalskrebs entstehen.
Wie weit verbreitet ist Gebärmutterhalskrebs?
Bis zur Einführung der Krebs-Früherkennungsuntersuchung 1971 war Gebärmutterhalskrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen in Deutschland. Derzeit wird jährlich bei ca. 6.000 Frauen - meist im Alter zwischen 35 und 55 Jahre - ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) neu diagnostiziert. Die Zahl der Todesfälle ist dank Präventionsprogrammen wie Screening-Untersuchungen zwar deutlich reduziert, nach wie vor sterben in Deutschland aber noch 1.600 Frauen jährlich an den Folgen dieser Krebserkrankung. Ein Grund: In Deutschland nimmt nur jede zweite Frau über 20 Jahre das Angebot der Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt wahr.
Was sind Zellveränderungen am Gebärmutterhals?
Veränderte, also abnormale Zellen des Gebärmutterhalses werden als zervikale Dysplasie bezeichnet und lassen sich durch einen Abstrich beim Frauenarzt nachweisen. Je schwerwiegender die Zellveränderung ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) entwickeln kann. Dieser Prozess kann über Jahre verlaufen. Findet der Frauenarzt mittels eines Abstrichs abnormale Zellen und bilden sich diese in einem gewissen Zeitraum nicht von allein zurück, wird eine Probe des betroffenen Gewebes entnommen und untersucht (Biopsie). Ist der Befund weiterhin auffällig, schlägt er in der Regel als Therapie die Konisation vor, eine kegelförmige Entnahme des veränderten Gewebes des Gebärmutterhalses.
Was sind Genitalwarzen und wodurch werden sie verursacht?
Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt, sind Hautveränderungen, die an den Geschlechtsorganen oder in der Nähe des Anus auftreten. Sie werden durch bestimmte HPV-Typen (überwiegend Typ 6 und 11) verursacht. Die HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen, sind nicht mit den Typen identisch, die Gebärmutterhalskrebs verursachen (Hochrisiko-Typen). Genitalwarzen sind keine lebensgefährliche, doch zu behandelnde Erkrankung, die sowohl Frauen als auch Männer betreffen kann.
Genitalwarzen können sich stark auf das Gefühlsleben auswirken. In neuen oder bestehenden Beziehungen können sie zu Spannungen und psychischen Belastungen führen. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die sich individuell nach Form und Ausdehnung der Warzen richten. Die Behandlung ist mitunter langwierig und sehr unangenehm, Rückfälle sind leider ein häufiges Problem.
Verursachen HP-Viren auch andere Krebserkrankungen?
Ja. Bestimmte Hochrisiko-Typen des Humanen Papillomvirus können neben Gebärmutterhalskrebs auch andere Krebserkrankungen im Genitalbereich auslösen zum Beispiel Krebs der Vagina (Scheide), der Vulva (äußere Geschlechtsorgane) oder des Anus (Darmausgang).
Wie kann ich das Risiko verringern, Erkrankungen zu bekommen, die durch Humane Papillomviren verursacht werden?
- Geh zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung
Die Früherkennung krankhafter Veränderungen am Gebärmutterhals ist sehr wichtig. Ein Abstrich vom Gebärmutterhals (Pap-Test) ist Teil der Routineuntersuchung beim Frauenarzt.
- Sprich mit Deinem Frauenarzt
Dein Frauenarzt / Deine Frauenärztin ist die beste Informationsquelle zum Thema Gebärmutterhalskrebs und HPV.
- Lass Dich behandeln
Wenn dein Frauenarzt bei Dir eine Erkrankung feststellt, die durch Humane Papillomviren ausgelöst wurde, wird er mit dir über geeignete Behandlungsmöglichkeiten sprechen.
- Es gibt eine Impfung zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebshervorgerufen durch bestimmte Humane Papillomviren.
Ist die HPV-Impfung gegen bestimmte Humane Papillomviren nach dem ersten Geschlechtsverkehr noch sinnvoll?
Optimal ist die Impfung vor den ersten sexuellen Kontakten. Sie macht auch bei jungen Frauen Sinn, die schon Geschlechtsverkehr hatten. Frauen, die mit einem der HPV-Typen infiziert sind, haben immer noch Schutz vor den restlichen HPV-Typen, gegen die die Impfung gerichtet ist.
Kann ich HPV nach einer ausgeheilten Infektion wieder bekommen?
Ja, auch nach einer überstandenen HPV-Infektion kannst Du dich wieder mit den gleichen Humanen Papillomviren infizieren. In diesem Fall wird der Frauenarzt im Gespräch die Behandlungsmöglichkeiten erklären.
Ist die Impfung sinnvoll, wenn ich bereits infiziert bin oder es einmal war?
Ja, denn selbst nach einer ausgeheilten, überstandenen Infektion ist eine Impfung sinnvoll. Sie kann Schutz vor einer erneuten Ansteckung (mit dem gleichen HPV-Typen) bieten.
Ist die Impfung sicher?
Es gibt zwei Impfstoffe, die vor der Infektion mit den beiden aggressivsten HP-Viren-Typen und ihren Folgen, die rund 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen verursachen, schützen können. Einer der beiden Impfstoffe schützt zusätzlich vor anderen HP-Viren, die Genitalwarzen auslösen. Die HPVImpfstoffe wurden umfassend und erfolgreich auf ihre Sicherheit geprüft und bereits über 70 Mio. mal verimpft. Wie bei allen Routine-Impfungen sind die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen Hautreaktionen an der Einstichstelle und eine vorübergehende Temperaturerhöhung als Reaktion des Körpers auf die Impfung.
Muss ich die Impfung bezahlen?
Die HPV-Impfung ist seit dem Jahr 2007 von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) offiziell empfohlen. Für Mädchen zwischen dem 12. und dem 18. Geburtstag werden die Kosten für die Schutzimpfung von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Doch auch für Frauen ab 18 Jahren erstatten immer mehr Krankenkassen die Kosten für die Impfung auf Anfrage.
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